Bolko's Buernhoff

Geschichte der Walachenschafe

Das Walachenschaf ist ein mittelgroßes Schaf aus der Gruppe der Zackelschafe und wird auch „mährisches Zackelschaf“ genannt. Mit dem Volksstamm der Walachen (südliches Rumänien) wanderte es vor rund 300 Jahren in die mährischen Beskiden (Tschechien) ein und wurde hier als genügsames Milchschaf gehalten.

 

Die Rasse überdauerte in isolierter Zucht, bis in den frühen 1980er Jahren leistungsfähigere Rassen eingekreuzt wurden. Eine kleine Restpopulation konnte erhalten werden und bildet den Stamm der heutigen Population in Tschechien (mährische Walachei) und Deutschland. Auf nur 8 Tieren des ursprünglichen Typs ist die deutsche Population begründet.

 

In Tschechien setzten in den 1980er Jahren verstärkt Bestrebungen ein, das Walachenschaf zu "verbessern", z.B. durch die Einkreuzung von Milchschafen. Einigen wenigen Züchtern ist der Erhalt des ursprünglichen Typs zu verdanken. 1987 organisierten die GEH und SAVE einen Transfer von 2 Böcken und 6 weiblichen Tieren von Tschechien nach Deutschland. Die Tiere wurden hier auf engagierte Züchter verteilt und darauf beruht unsere heutige Walachenschafpopulation. Zu den ersten Züchtern gehörte damals schon der Zoologische Garten Karlsruhe, der bis heute an der Zucht der Walachenschafe festhält.

 

Die einzigen bekannten, reinrassigen Bestände des Walachenschafes befinden sich heute in der mährischen Walachei (östliches Tschechien) und in Deutschland. In beiden Ländern gibt es jeweils ca. 250 Muttertiere und je rund 50 Böcke. In Tschechien bekommen die Walachenzüchter eine staatliche Prämie für Zuchttiere (diese müssen im Herdbuch geführt sein). 

 

Rasse heute

Das Walachenschaf ist ein feingliedriges, mittelgroßes, Schaf. Der leicht geramste Kopf der Böcke ist immer behornt; das ausgeprägte, spiralig gedrehte, seitlich abstehende Horn ist bis zu 50 cm lang und ein markantes Kennzeichen der Walachenschafe. Weibliche Tiere zeigen eine gerade Profillinie des Kopfes, sie sind nicht immer behornt und das Horn ist wesentlich feiner und weniger gewunden. Häufig tragen die Hörner einen schwarzen Längsstreifen. Das mischwollige, grobe Vlies ist weiß, früher waren auch graue und braune Tiere bekannt. Unbewollte Körperteile sind häufig mit unregelmäßigen, nur teilweise scharf abgegrenzten Pigmentflecken getupft, bis hin zu Brillenbildung (vor allem Tiere aus tschechischer Population). Die Stirn ist bewollt, die Ohren kurz und waagrecht stehend. Erwachsene Böcke wiegen 70 – 80 kg, die weiblichen Tiere rund 42 – 55kg.

Die Brunst ist überwiegend saisonal, die Erstzulassung erfolgt meist erst ab 18 Monaten. Gute Mutter-eigenschaften, leichte Lammungen und eine gute Milchleistung versprechen eine zufriedenstellende Lämmeraufzucht. Das temperamentvolle Schaf wird bei intensiver Betreuung zahm, ansonsten ist es sehr scheu und wachsam. 

Heutiges Zuchtziel ist die Züchtung eines genügsamen, widerstandsfähigen und zur Landschaftspflege besonders geeigneten, attraktiven Landschafes. 

Herdbuchzucht

Rund ein Drittel der ca. 30 Walachenschaf-Züchter aus Deutschland führen wie wir die Schafe im Herdbuch bei den jeweiligen Landesschafzuchtverbänden. Dies hat den Vorteil daß sie bei offiziellen Zählungen erfasst, auf Ausstellungen präsentiert und von den Zuchtberatern der Verbände in den Bewertungskriterien Wolle, Erscheinung, ggf. auch Bemuskelung beurteilt werden können. So kann es einen besseren bundesweiten Überblick über Aussehen, Gewicht und Wollqualität der Walachen geben.

 

 

 

 

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